Im Süden des Kreises Oberhavel liegt das ausgedehnte Dorf Bötzow. In dessen altem Kern eine bemerkenswerte Dorfkirche zum Verweilen einlädt.

Ihr Baubeginn wird um das Jahr 1380 datiert. Um diese Zeit verlief eine Handelsstraße, die von Berlin über Ruppin und die Prignitz nach Hamburg führte, durch Bötzow, das zu der Zeit noch Kotzeband hieß. Ebenfalls durch das Dorf wanderten in den folgenden Jahrhunderten (bis 1539) Pilger zum heiligen Wunderblut nach Wilsnack. Die Kirche wurde in Katholischer Zeit dem Hl. Nikolaus geweiht ( Nikolai – Kirche )

Ein Teil dieses Pilgerweges verband später die beiden Städte Berlin und Hamburg, und war als Hamburger Poststraße bekannt.

Ein Zeugnis aus dieser Zeit ist der an der Südseite der Kirche befindliche Grabstein eines Hamburger Kaufmannes, der auf der Durchreise in Bötzow starb.

So wurde die Entwicklung des Dorfes und der Bau seiner Kirche unmittelbar beeinflusst und gefördert durch diese Handels- und Pilgerwege, denn aus eigner Kraft wäre die arme bäuerliche Bevölkerung nicht imstande gewesen, einen derart massiven Kirchenbau zu errichten und zu erhalten. Gründung und Finanzierung des Gotteshauses gehen auf die Kalandsbrüder zurück während die Bauausführung der Anlage nach zu schließen den Zisterziensern oblag.

Das Bauwerk ist ein spätgotischer Saalbau aus einheimischen  Granitfeldsteinen. Den Haupteingang bildet das spitzbogige, aus  Formziegeln gemauerte Turmportal an der Westseite. Der spätgotische quadratische Kirchturm mit geschweiftem Zeltdach wurde im 18. Jahrhundert durch den Aufsatz eines Kuppeltürmchens auf 33 Meter erhöht. Die Wetterfahne trägt die Zahl 1757. Der Turm birgt ein wertvolles Geläut mit 4 Glocken, deren älteste aus dem Jahre 1418 stammt, die 2. " Wernersche Glocke " trägt die Jahreszahl 1500, die 3. ist mit der Zahl 1593 versehen, die 4. ist unbeschriftet.

Besonders bemerkenswert sind im Inneren der Kirche - im fünfseitigen Chorraum und über dem Seiteneingang - Fragmente gothischer Wandmalereien. Der interessierte Besucher entdeckt Darstellungen des Jüngers Johannes, eine Bischofsfigur, eine gekrönte Christusfigur mit Krone in der Hand ( wahrscheinlich eine Marienkrönung ) sowie um die zugemauerten spitzbogigen Chorfenster befindliche Ornamentbänder.

Mit dem Taufstein (1579 ) und dem Epitaph Ludwigs von Groebens, der auch Stifter des Taufsteines war. verfügt die Kirche über beachtliche Ausstattungsstücke aus der Renaissance. Die Familie derer von Groeben ist auch 3 Jahrhunderte Patrone der Kirche und Gemeinde gewesen.

Am Beginn des 18. Jahrhunderts erfuhr die Dorfkirche eine grundlegende Umgestaltung im barocken Sinne. Die Fenster wurden erweitert und mit Korbbögen überwölbt, die Emporen sowie die Flachdecke wurden eingezogen. Das Gestühl und der unter Schlüters Einfluss entstandene Kanzelaltar entstammen ebenfalls dieser Zeit, 1726. Ihren krönenden Abschluss fanden die Umarbeiten mit der Installierung der Joachim WAGNER-Orgel im Jahre 1743, deren Klangschönheit heute noch die Gottesdienstbesucher beeindruckt und erfreut.

Eine Zutat des 19. Jahrhunderts sind die Messingleuchter im Kirchenschiff

Einer der Kerzenleuchter wurde 1875, anlässlich der 200 -jährigen Wiederkehr der Schlacht bei Fehrbellin gestiftet.