







 |
Schon immer bedienten sich gläubige Menschen der Musikinstrumente, um mit Herzen, Mund und Händen Gott zu danken, zu loben und zu preisen. Schon das Alte Testament weiß von der Bedeutung der Musik für die Seelen der Menschen. Die damals noch gesungenen Psalmlieder wurden zu Harfe, Flöte, Horn,
Leier und anderen Instrumenten dargebracht. So wurde die Kirchenmusik aus dem Glauben geboren und eigens für sie ein Klangkörper geschaffen, der mit Recht, als Königin aller Instrumente bezeichnet wird und auch Einzug in unserer Kirche gefunden hat.
Die, vom Berliner Orgelbauer Joachim Wagner für unsere kleine Gemeinde hergestellte Orgel konnte durch Spenden von Reisenden, die auf dem Pilgerwerg nach Wilsnack oder der Hamburger Poststraße reisten finanziert werden. Womöglich suchten sie Schutz und Zuspruch auf der gefährlichen Fahrt.Die Bötzower Wagner Orgel hatte bei Reparaturen der folgenden 100 Jahre nach deren Erbauung um 1743 das Glück immer in den Händen von bedeutenden Berliner Orgelbauern zu bleiben, die das Werk Wagners schätzten und seine Tradition bewusst fortsetzten.Im 19. Jahrhundert ereilte auch die Bötzower Orgel das Schicksal vieler anderer barocker Orgeln: sie wurde 1862 von Carl Ludwig Gesell, dem romantischen Klangideal entsprechend, umgebaut. Das bedeutet, dass die hohen, ,, Schreistimmen“ gegen tiefe streichenden Stimmen ausgetauscht wurden, womit die durchsichtige Schärfe dem Eindruck eines geschlossenen, sonoren Orchesterklanges wich.Drei Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges 1948 stellte Karl Schuke, Sohn des Alexander Schuke, welcher die Idee der Orgelbewegung verinnerlicht hatte, fest, dass „ein Teil der Prospektpfeifen, die sämtlich klingend waren, ist gestohlen bzw. beschädigt. Auch aus dem Pfeifenbestand des inneren Werkes fehlen einige Pfeifen. Am stärksten beraubt worden ist das Pedal Register Posaune 8`, das jetzt überhaupt nicht mehr brauchbar ist, da hier fast die Hälfte der Töne fehlen“. Die Reparaturen der Kriegschäden konnten jedoch wiederum aus Geldmangel - erst im Jahr 1951 erfolgen.Die kleine Bötzower Dorforgel geriet in der DDR-Zeit fast in Vergessenheit und so auch allmählich in einen dringend überholungsbedürftigen Zustand. Bis 1982 als erhebliche Instandsetzungsarbeit geleistet werden musste, um die Orgel nach einem Deckeneinsturz überhaupt zu erhalten gab es keine grundlegenden Reparaturen mehr.
Besuchen sie uns doch mal und lauschen sie der Schönheit der Musik und lassen sie sich die Gedanken erfühlen, die Fontane auf einer seiner Reisen durch den Spreewald gekommen waren „ Sterben und geboren werden sind nur Erscheinungen innerhalb des Zeitlichen, Musik aber ist das Wege und umfängt wie ein Zirkel jenen Wechsel der Dinge, den wir Leben nennen“ |
|