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Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirchengemeinde,

die schönen weihnachtlichen Festtage sind schon wieder fast vergessen aber ich wünsche Ihnen, dass Sie das Licht der Weihnacht auch im neuen Jahr begleitet.

Zu Ostern hören wir wieder von jenem göttlichen „Licht“ – dessen Geburt wir in der Heiligen Nacht gefeiert haben – als Auferstehungslicht. Auferstehung aus den tödlichen Strukturen der Welt, in das Licht des Glaubens, der Hoffnung und der grenzenlosen und religionslosen Liebe eines Gottes der alle Menschen als Schwestern und Brüder geschaffen und gewollt hat.

Von alarmierenden Nachrichten werden wir auch im Jahr 2010 nicht verschont bleiben. Meldungen über Hunger, Krieg, Gewalt, Umweltschäden, Verletzungen der Menschenrechte und ihre Folgen werden auf uns hernieder hageln. Aber auch in nächster Nähe hören wir von Krankheiten, Depressionen und Problemen.

Viele versuchen dieser Flut von Schreckensmeldungen Herr zu werden und legen sich ein dickes (Trommel-)Fell zu, verschließen die Augen, und schalten ab!

Nichts gegen einen gesunden Schlaf. Aber wenn die Kirche schläft, geht das immer auf Kosten anderer. Als Jesus im Garten Gethsemane die ganze Leibes- und Geistesgegenwart seiner Freunde nötig gehabt hätte, heißt es: „ Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend.“ (Matth. 26, 40)

Das sollte kein Vorbild für uns sein.

„Wachet und betet“ – diese Losung wurde vor 20 Jahren in Mitteldeutschland von friedlichen Demonstranten weiter gegeben. Die Folge davon war nicht nur der Fall der Mauer sondern auch die Vereinigung unseres widerrechtlich geteilten Landes.

„Wachet und betet“ – lasst uns dieses Wort aus der Passionsgeschichte bedenken. Wir wollen die Augen offen halten,

nicht abstumpfen, sondern empfindsam bleiben für das was um uns herum geschieht, nur dann können wir einander helfen.

Eine erfüllte, vom Licht Gottes aufgeweckte und gesegnete Zeit wünscht Ihnen auch im Namen des Gemeindekirchenrates

Ihr Pfarrer



Andreas Voigt